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 MH Kiss József 86. Helikopterdandár Szolnok (Ungarn) 2026

So lohnenswert der Besuch im Luftfahrtmuseum Reptár Szolnok auch war, den weiten Weg nach Ungarn hätte der Autors allein dafür nicht auf sich genommen. Der Grund für die Reise nach Szolnok war ein anderer: angesichts des nahezu vollständigen Rückzugs der MiG-21 weltweit und der sehr eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten zu den F-7-Nutzern sind andere Themen in den Fokus des Autors gerückt, nicht zuletzt auch deshalb, weil sowjetische / russische Flugzeug- und Hubschraubertypen zunehmend aus den europäischen Arsenalen verschwinden. Nach den polnischen Su-22 traf es die ungarischen Mi-24, die im Februar 2026 außer Dienst gestellt werden sollten (und dann auch wurden). Weil es sich bei einem Teil der Flotte auch noch um Exemplare aus dem Bestand der NVA handelte, entstand die Idee, deren Basis in Szolnok kurz vor Toresschluß zu besuchen. Dank der Unterstützung des deutschen Militärattachés in Budapest zeigten sich die ungarischen Luftstreitkräfte für die Idee aufgeschlossen und schlugen ihrerseits sogar ein Air-to-Air-Fotoshooting vor. Und so fand sich am 27. Januar eine kleine Gruppe erwartungsfroher Besucher am Tor der Basis in Szolnok ein.

Zwei Hindernisse türmten sich auf dem Weg nach Szolnok auf. Das erste war eine Terminüberschneidung mit der zeitgleich stattfindenden Black Lion Airshow in Äthiopien. Dort wären - wenn überhaupt - nur bereits außer Dienst gestellte MiG-21 zu sehen gewesen, so daß sich der Autor nicht allzu schweren Herzens für fliegende Hubschrauber statt abgestellter MiGs entschied. Das zweite war ein Wintereinbruch, der die Fahrt bis Regensburg zur Geduldsprobe werden ließ.

 

In Budapest angekommen, war aber vom Winter nichts mehr zu sehen ...

 

... und am nächsten Morgen in Szolnok strahlte die Wintersonne auf Mi-17 ...

 

... und Mi-24P.

 

Die Maschinen mit den eindrucksvollen doppelläufigen 30mm-Kanonen stammen allesamt aus NVA-Beständen. Die 332 ist die frühere 316, ...

 

... 335 und 336 trugen früher die taktischen Nummern 422 und 439.

 

Neben Hubschraubern gab es auf der Basis auch noch anderes Fluggerät zu sehen, offensichtlich bestimmt für das bereits erwähnte Museum. Dazu gehören mehrere L-39, darunter mindestens eine aus der DDR, ...

 

... eine MiG-29 und ...

 

... - das hatte natürlich sofort die Aufmerksamkeit des Autors erregt - mehrere MiG-21 der Versionen MF (im Vordergrund), ...

 

... F-13 ...

 

... und UM.

 

Dann war es auch schon Zeit, für den ersten Fotoflug an Bord eines H145M zu gehen. Die Mi-24 ...

 

... wirkt aus der Luft betrachtet mindestens genauso beeindruckend wie vom Boden ...

 

... und kam bei strahlender Sonne trotz ihrer lichtschluckenden grauen Lackierung gut zur Geltung.

 

Jeder Fotoflug bestand eigentlich aus zwei Flügen, denn es gab jeweils eine Zwischenlandung, bei der das jeweilige Fotomotiv dann auch vom Boden aus aufgenommen werden konnte. Hier landet zunächst die Mi-24 ...

 

... und gleich danach setzt unser H145M auf.

 

Die Mi-24 macht einige fotogene Anflüge, ...

 

... bevor sie in der Standschwebe darauf wartet, daß wir wieder an Bord gehen.

 

Beim Rückflug ...

 

... ist dann auch Gelegenheit zu einem Selfie mit Mi-24 im Hintergrund - als Erinnerung an die wahrscheinlich letzte Gelegenheit, bei der der Autor eine fliegende Maschine aus NVA-Beständen (in diesem Falle die frühere 415) erleben konnte.

 

Spektakulärer Abschluß: die Mi-24 fliegt seitwärts genauso schnell wie unsere Maschine im Vorwärtsflug.

 

Bei der Zwischenlandung auf einer sumpfigen Wiese haben wir große Dreckklumpen mit in die Maschine geschleppt, die nach der Landung vom technischen Personal mit traditioneller Technik entfernt werden.

 

Die Sonne steht schon recht tief am Himmel, als wir zum zweiten Umlauf mit der Mi-17 starten.

 

Ihre im Vergleich zur Mi-24 weniger eindrucksvolle Form ...

 

... kompensiert die Mi-17 vollauf durch die attraktive Tarnung in typisch ungarischen Farben.

 

Dank des gleichen Antriebs wie bei der Mi-24 ...

 

... ist die Mi-17 genauso agil.

 

Nach der Zwischenlandung ...

 

... geht es wieder zurück nach Szolnok, allerdings gibt es diesmal dank einer Extrarunde noch mehr schöne Motive.

 

Nach getaner Arbeit wird unsere Maschine für den Flugbetrieb am nächsten Tag vorbereitet.

 

Während wir uns auf den Heimweg machen, trainieren die ebenfalls in Szolnok stationierten H225M bis in die Dämmerung.

Der Autor dankt Oberstleutnant i.G. Daniel Passbach sowie allen Angehörigen der ungarischen Luftstreitkräfte, die diesen Besuch möglich machten.